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Die vom französischen Dorfschullehrer Célestin Freinet (1896-1966) mit seiner Frau Élise Freinet (1898−1983) entwickelten vier Grundprinzipien passen sehr gut zu meinem Denken und bisherigen Erfahrungen:

  1. Die freie Entfaltung der Persönlichkeit: Beim freien Schreiben, Gestalten, Musizieren, etc. lernen die Lernenden sich zu öffnen und auf andere einzugehen. So eine “Befreiung” ist wesentlich für die Persönlichkeits­entwicklung und stärkt die selbsttherapeutischen Kräfte des Menschen.
  2. Die kritische Auseinandersetzung mit der Umwelt: Die Lebenswelt der Lernenden und deren Bedürfnisse bilden den Ausgangspunkt für praktische Arbeitsvorhaben, Untersuchungen und Erkundungen, die eine Art tastendes forschendes Herangehen an eine Fragestellung bedeuten.
  3. Selbstverantwortlichkeit der Lernenden: Die Lernenden sollen lernen, nicht nur die eigene Situation einzuschätzen und die Arbeit nach selbst gewählten Maßstäben zu organisieren, sondern auch die persönliche Identität und die Verschiedenheit der Mitlernenden zu respektieren.
  4. Kooperation und gegenseitige Verantwortlichkeit: Demokratisches Zusammenleben ist kein abstrakter Inhalt, sondern wird gelernt in einer Atmosphäre von Vertrauen zu der die offene Diskussion von Konflikten und die gegenseitige konstruktive Kritik und Hilfe ebenso gehört wie das Hinterfragen und NeuErarbeiten von Regeln und Strukturen in der Gruppe.

Um diese Prinzipien verwirklichen zu können wurden in der Freinet-Pädagogik eine Fülle von Techniken, Methoden und Arbeitsmitteln entwickelt, deren wichtigste sind: Klassenrat, Klassen- und individueller Arbeitsplan, Dokumentation und (individuelle bzw. gemeinsame) Bilanz der geleisteten Arbeit, freier Ausdruck, Druckerei, Klassenzeitung, Korres­pondenz, Arbeitsateliers, Arbeitsbibliothek und Lerner-Arbeitskarteien (anstelle von Schulbüchern), Erkundungen und Untersuchungen außerhalb des Klassenraumes.

Das, was er für seine Schüler entwickelte, passt aus meiner Sicht genau so auch für erwachsene Lernenden. Er hat in den 1920iger Jahren schon Diversität propagiert!

Jeder Trainerin und jedem Trainer empfehle ich, zu prüfen, ob die vorbereiteten Lernangebote diesen Kriterien auch entsprechen!